Kommenden Dienstag, 20:45 Uhr live auf ORF Sport+, empfangen die FIVERS den russischen Vertreter Tschechow Medwedi im ersten Heimspiel in der EHF European League-Gruppenphase. Und es ist mehr als nur ein Duell zweier Vereine. Es ist ein Duell zweier Teams, die einige Gemeinsamkeiten verbindet und deren Trainer einen gemeinsamen Mentor hatten. 

Mit den FIVERS und Tschechow treffen zwei Teams aufeinander, die eine nahezu idente Philosophie verfolgen. Der Star ist die Mannschaft. Man vertraut nahezu ausschließlich auf einheimische Spieler – bei den FIVERS zu 100 Prozent, bei Tschechow findet sich mit dem Weißrussen Artisom Kulak lediglich ein Legionär. Vom Nachwuchs bis in die Kampfmannschaft wird ein Spielsystem gelernt. 
 
„Bei Spielerwechseln bleiben die Spielansätze ident“, erklärt Peter Eckl einen der vielen Vorteile.
 
Bei all den Ähnlichkeiten, könnten aber auch die Unterschiede kaum größer sein. Nachdem man aus freien Stücken darauf verzichtet hatte, spielen die FIVERS nun erstmals seit neun Jahren wieder international. Tschechow war in den vergangenen Jahren Dauergast in der EHF Champions League, schaffte es 2010 ins Final 4. 
 
In der spusu LIGA spielen die Margaretner Jahr für Jahr um sämtliche Titel mit, Tschechow ist seit seiner Gründung 2001 bis heute durchgehend Meister. Ein kleiner geschichtlicher Auszug dazu: Tschechow Medwedi wurde 2001 gegründet und ging aus ZSKA Moskau hervor. Unter dem alten Vereinsnamen wurde man neunmal sowjetischer Meister und viermal russischer Meister, zudem gewann man 1988 den Europapokal der Landesmeister und 1987 den Europapokal der Pokalsieger. Seit der Neugründung ist man die unangefochtene Nummer 1 in Russland, Serienmeister, und gewann 2006 den Europapokal der Pokalsieger. Angeführt wird das Team von der Trainerlegende Wladimir Maximow, Olympiasieger, Weltmeister und Europameister mit der russischen Nationalmannschaft und als Spieler Olympiasieger und Vize-Weltmeister mit Russland.
 
Ein gemeinsamer Weggefährte der beiden Trainer Peter Eckl und Wladimir Maximow war Anatoli Jewtuschenko. Es ist auch die Handschrift des legendären russischen Trainers, die bis heute auf beiden Seiten erkennbar ist.
 
„Anatoli war mein Mentor und er war Wladimir Maximow´s Trainer zu dessen aktiver Zeit im Nationalteam. Tschechow ist eine sehr erfahrene Mannschaft, die technisch und taktisch äußerst versiert ist“, gibt Peter Eckl einen ersten Einblick. 
 
Im Angriff wie in der Deckung agiert man im Kollektiv. Speziell in der Deckung sitzt jeder Schritt, sind die Spieler perfekt eingespielt. Davon konnten sich die FIVERS am Samstag live überzeugen. Nachdem das spusu LIGA-Spiel gegen die HSG Remus Bärnbach/Köflach aufgrund positiver Coronafälle bei den Steirern kurzfristig verschoben werden musste, sah man sich im Internet ein Meisterschaftsspiel des bevorstehenden Gegners an.
 
Peter Eckl: „Unsere bisherigen Gegner haben nach der spanischen Schule gespielt, mit einer aktiven Deckung und im Angriff viel im eins gegen eins. Jetzt erwartet uns ein ganz anderer Gegner. Die Russen arbeiten im Kollektiv. Im Angriff tritt nicht ein Spieler heraus der im eins gegen eins den Abschluss sucht, sie spielen geduldig und warten auf ihre Chance. In der Deckung sitzt jeder Schritt. Wir werden unser bestes Spiel auspacken müssen, sehr diszipliniert spielen müssen.“
 
Kapitän Markus Kolar: „Es ist unser Charakter, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Wir wollen Punkte sammeln und werden dafür alles geben. Aber es wird unglaublich schwer, das wissen wir. Wir sammeln mit jedem Spiel Erfahrung und wollen ein gutes Spiel abliefern. Dafür sind wir voll motiviert.“
 
Gestern Abend gab es noch eine intensive Trainingseinheit. Am heutigen Sonntag erhielt die Mannschaft spielfrei, am Montag geht es ins Videostudium und ins Abschlusstraining. Tschechow wird bereits am Montag anreisen.
 
EHF European League Gruppenphase – Gruppe A
 
HC FIVERS WAT Margareten vs. Chekhovskie medvedi
Di., 27. Oktober 2020, 20:45 Uhr, Hollgasse Wien
Live auf ORF Sport+
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