"Wir sind keine Schönwetter-Sponsoren" - DI Manfred Freitag, Vorstand des Energie-Konzern Kelag, spricht im Interview die Treue seines Unternehmens zu seinen Partnern aus, bringt die Schwierigkeiten für den Sport, speziell für den Handball, auf den Punkt und betont die gesellschaftliche Verantwortung von Sponsoren. 

Welchen Herausforderungen musstet ihr euch in den vergangenen Wochen stellen und was erwartet ihr für die kommenden Wochen?
Manfred Freitag: "Die Kelag war auf die Covid-19-Krise sehr gut vorbereitet. Ab Ende Februar hat ein Krisenstab regelmäßig getagt und entsprechende Maßnahmen zum Schutz unserer Kunden und unserer Mitarbeiter umgesetzt. Besonders stolz war ich auf den Zusammenhalt und den Team-Spirit innerhalb des Unternehmens. Ein zusätzlicher Digitalisierungsschub wird unser Unternehmen erfassen und als positives Ergebnis bleiben."

Seit vielen Jahren sind Sie sehr aktiv im Sportsponsoring, im Speziellen im Handball. Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage im Sport?
Manfred Freitag: "Wie in der Kultur stehen auch im Sport viele Einzelsportler, Veranstaltungen und Vereine mit dem Rücken zur Wand. Das Wichtigste im Sport sind jetzt Perspektiven, klare Regelungen und dass wir von einer großen zweiten Welle verschont bleiben; insbesondere bei Teamsportarten wie beim Handball, wo es unvermeidbar zu Körperkontakt kommt, wäre das fatal. Dazu kommt noch das Dilemma mit den Geisterspielen wie im Fußball, die finanziell und atmosphärisch eine Katastrophe sind."

Wie für viele Branchen ist die aktuelle Situation auch für viele Sportarten, Ligen und Vereine existenzgefährdend. Enge und langjährige Partnerschaften wie jene zwischen Kelag und dem SC Kelag Ferlach bilden gerade in Ausnahmesituationen das notwendige Fundament. Sind Sponsoren, Gönner, etc. wichtiger denn je? Wie sehen Sie die Verantwortung?
Manfred Freitag: "Wir haben uns in guten Zeiten darüber gefreut, dass die Marke Kelag von unseren Sponsoring-Partnern wie dem SC Kelag Ferlach über die Medien und bei den packenden Spielen in der Halle positiv transportiert wurde. Wir sind Keine „Schönwetter-Sponsoren“ und sind uns auch in Zeiten wie diesen unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und stehen zu unseren langjährigen Partnern."

Ist die Krise eine Chance um sich als Sponsor klarer denn je zu positionieren und eine starke emotionale Bindung zu schaffen?
Manfred Freitag: "Eine Chance ist die Krise nur insofern, als man als Sponsor noch deutlicher Flagge zeigen kann. Ich bin überzeugt, unsere Partner wissen das zu schätzen. Es sind wie mit dem SC Kelag Ferlach meistens langjährige Partnerschaften, die weit über das gegenseitige wirtschaftliche Interesse hinaus gehen. Wann immer es meine Zeit erlaubt, bin ich bei den Heimspielen selbst in der „Hölle des Südens“, der Ferlacher Ballspielhalle."

Sie sind auch Arbeitgeber für viele Mitarbeiter und sichern durch Ihre Sponsoring-Tätigkeiten viele weitere Arbeitsplätze. Damit sorgen Sie auch in ungewissen Zeiten für Vertrauen und Beständigkeit.
Manfred Freitag: "Die Kelag beschäftigt selbst aktuell 1.425 Mitarbeiter; indirekt sind es rund dreimal so viele, die durch Investitionseffekte, wie im Kraftwerksbau, durch unser Unternehmen Arbeit finden. Der Effekt über unsere Sponsoring-Aktivitäten ist überschaubar, aber wir freuen uns natürlich auch darüber."
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