Der Union JURI Leoben ist diese Woche ein ganz besonderer Coup gelungen. Mit Vytautas Žiūra konnten die Montanstädter eine echte Handball-Ikone als Trainer gewinnen. Der 41-jährige gebürtige Litauer prägte nicht nur seit 16 Jahren das Spiel der FIVERS, sondern stand auch 94-mal für das österreichische Nationalteam am Parkett. Nun wird der 1,89-Meter große Spielmacher als Trainer und hoffentlich auch als Spieler die Montanstädter in den kommenden zwei Saisonen in der spusu CHALLENGE anführen. 

Die Trainersuche der Union JURI Leoben dauerte nur wenige Tage, das Ergebnis ist dafür umso erfreulicher. Nach nur zwei Gesprächen kam es zwischen den Montanstädtern und keinem geringeren als dem siebenfachen österreichischen Handballer des Jahres Vytautas Žiūra zu einer Einigung über zwei Jahre mit einer Option auf eine weitere Saison. Der 41-jährige gebürtige Litauer überzeugte dabei nicht nur aufgrund seiner Verdienste bei den FIVERS und dem Österreichischen Nationalteam, sondern auch aufgrund seines Willens, junge Handballer mit seinem Wissen zu fördern.

Für den Rechtshänder, der auch in der Südstadt als Trainer im Nachwuchsbereich arbeitet, ist es die erste Trainerstation bei einer Männermannschaft. Bei Leoben soll er nicht nur als Trainer, sondern auch als Spieler das Team der Obersteirer anführen. Wann Žiūra auch das Dress der Union JURI Leoben tragen wird, entscheidet der Heilungsverlauf seiner Schulterverletzung, die er sich 2019 in einer Partie gegen die SG INSIGNIS Handball WESTWIEN zugezogen hat.

Leoben Vizepräsident Alfred Leithold ist stolz Vytautas Ziura an Board zu haben: "Wir hatten mit Vytas sofort eine super Gesprächsbasis und er hat uns nicht nur aufgrund seiner Vergangenheit, sondern vor allem mit seinen Ideen für die kommenden Jahre gerade im Bereich der Ausbildung und Integration junger Spieler überzeugt. Er ist ein akribischer Arbeiter, der Handball lebt! Er zählt zu jenen Spielern die den österreichischen Handball seit einem Jahrzehnt prägen."

Der Weggang bei den FIVERS WAT Margareten war für Žiūra eine der schwierigsten Entscheidungen die er bisher zu treffen hatte. "Es waren sehr viele schöne Jahre bei den FIVERS in Wien, in denen wir viele Erfolge feiern konnten. Nun ist es jedoch Zeit, ein neues Kapitel zu beginnen. Ich möchte mich als Trainer beweisen und meine Handball-Philosophie an meine Mannschaft weitergeben. Der erste Eindruck in Leoben war gut und auch mit den Spielern konnte ich schon erste Gespräche führen. Ich freue mich auf den Beginn der Saisonvorbereitung", so Žiūra.

FIVERS sagen Danke!
Abschiede tun weh – dieser für die FIVERS ganz besonders! Nach intensiven Gesprächen in den letzten Wochen steht es nun fest: FIVERS-Legende Vytas Ziura wird nach seiner im Oktober 2019 erlittenen schweren Schulterverletzung kein Comeback bei den FIVERS WAT Margareten geben. Statt dem FIVERS-Trikot streift der 41jährige ehemalige Nationalteamspieler ab der kommenden Saison jenes von JURI Union Leoben über und wird Spielertrainer des Zweitligisten.

Ausschlaggebend für den unerwarteten Wechsel war wohl auch die komplizierte Schulterverletzung des Wurfarms, erlitten im Herbst 2019 im Wiener Derby. Seither war Vytas nicht mehr für die FIVERS im Einsatz. Die lange Nachdenkpause wurde durch die Corona-Krise noch verlängert und ließ bei Ziura die weitreichende Entscheidung reifen.

Vytas Ziura: „Ich habe mich zwangsläufig mit meiner weiteren Lebensplanung auseinander setzen müssen und bin zum Schluss gekommen, dass die Zeit gekommen ist ein neues Kapitel aufzuschlagen. Mit 41 Jahren und dieser Verletzung sehe ich meine Zukunft als Trainer, zunächst als Spielertrainer. Diese Entscheidung war wohl die schwerste in meiner bisherigen Karriere, denn ich habe fast mein halbes Leben bei den FIVERS verbracht und bin Teil dieser Familie geworden. Es war eine sehr intensive, erfolgreiche und wunderschöne Zeit.“

Für die FIVERS ist der Abgang ein herber Verlust – sportlich und menschlich. FIVERS-Manager Thomas Menzl: „Natürlich ist es schwer einen außergewöhnlichen Spieler wie Vytas ziehen zu lassen – wir haben in den letzten 16 Jahren so einige „Schlachten“ mit und durch ihn gewonnen. Er hat immer alles gegeben, war der geniale Spielgestalter der erfolgreichsten FIVERS-Jahre und gnadenlos – zum Gegner und zu sich selbst noch mehr. Am Ende ist es eine höchstpersönliche Entscheidung von Vytas, die nachzuvollziehen und zu akzeptieren ist.“

Vytas Ziura spielte mit einem Jahr Unterbrechung seit 2003 für die FIVERS WAT Margareten, erzielte dabei weit über 1.200 Tore in Meisterschaft und Cup. Vytas absolvierte 94 Länderspiele für das Österreichische Nationalteam und erzielte dabei 200 Treffer. Für die FIVERS war er in der Vergangenheit ein entscheidender Faktor zum Gewinn von drei Meistertiteln und sechs Cupsiegen. Seine außergewöhnliche Klasse brachte ihm insgesamt sieben Mal die Würdigung als „Handballer des Jahres“, zuletzt in der Saison 2016/17.

Manager Thomas Menzl abschließend: „Für uns heißt es nun weiter zusammenzurücken. Wir werden versuchen die Lücke, die Vytas hinterlässt, gemeinsam zu schließen. Ich bin optimistisch, dass wir das schaffen können, zumal es gelungen ist, den Rest der zuletzt so erfolgreich spielenden Mannschaft zu halten.“

Größten sportlichen Erfolge
7 × HLA "Handballer des Jahres" 2004/05, 2007/08, 2012/13, 2013/14, 2014/15, 2015/16, 2016/17
3 × Österreichischer Meister 2010/11, 2015/16, 2017/18
6 × Österreichischer Pokalsieger 2008/09, 2011/12, 2012/13, 2014/15, 2015/16, 2016/17
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