Seit gestern stehen die diesjährigen Titelträger der Handball-Wahl fest. Journalisten und Experten kürten Lukas Hutecek zum „Handballer des Jahres“. Ein Titel, der, wie er selbst sagt, keine Selbstverständlichkeit ist und eine große Ehre darstellt.

Lukas, welche Bedeutung hat für dich der Titel „Handballer des Jahres“?
Lukas Hutecek: „Wenn man sich ansieht, wer aller diesen Titel trägt, ist das etwas ganz Großes. Es ist eine Ehre für mich und alles andere als selbstverständlich. Es zeigt mir auch, dass ich auf dem richtigen Weg bin.“

Vor zwei Jahren wurdest du bereits zum „Newcomer des Jahres“ gekürt. Sind diese beiden Titel gleichzusetzen?
Lukas Hutecek: „Gleich setzen kann man sie nicht. Der Titel „Handballer des Jahres“ bedeutet mir ehrlich gesagt mehr. Dieser ist doch über den anderen zu stellen. Ich habe mir erhofft, mich so zu entwickeln, dass man mich eines Tages zum „Handballer des Jahres“ wählt. Es ist etwas Besonderes und die Belohnung für die harte Arbeit dahinter. Meine Priorität ist es allerdings nicht, individuelle Titel einzufahren.“

Was waren für dich die großen Highlights in diesem Jahr?
Lukas Hutecek: „Ganz klar die Heim-EURO. Das ist das größte Highlight meiner gesamten Handball-Karriere. So eine tolle EURO ist einmalig. Ich durfte viele neue Erfahrungen sammeln, großartige Persönlichkeiten aus dem Nationalteam näher kennenlernen. Ein großes Danke an unseren Teamchef Aleš Pajovič, dass er mir das Vertrauen geschenkt hat und mir Spielzeit gegeben hat. Diese Momente in der Wiener Stadthalle werde ich nie vergessen. Als ich das Video gesehen habe, habe ich Gänsehaut bekommen. Das werde ich mir bestimmt auch noch in 15 Jahren immer wieder ansehen. Natürlich war es bis zum Abbruch auch eine großartige Saison mit den FIVERS. Sowohl in der Meisterschaft als auch im Cup waren wir richtig gut unterwegs. Und auch mit dem 2000er Nationalteam zu spielen ist jedes Mal eine große Freude und Ehre.“

Das passende Stichwort: Wie traurig bist du, dass die Men´s 20 EHF EURO 2020 nicht wie geplant im Juli in Innsbruck stattfinden kann?
Lukas Hutecek: „Das ist schon bitter für uns. Wir alle haben uns sehr auf diesen Sommer gefreut, aber die Gesundheit geht vor. Für mich ist die Entscheidung auch absolut nachvollziehbar, dass diesen Sommer nicht gespielt werden kann. Jetzt schauen wir mal wie es hier weitergeht und ob die EM noch nachgeholt werden kann.“

Bei der EURO hast du dich ins Rampenlicht gespielt. Gab es danach Anfragen einiger Vereine? Wie sieht deine Zukunft aus?
Lukas Hutecek: „Ja es haben sich Vereine gemeldet und Interesse gezeigt. Ich habe nach der EURO lange überlegt ob ich diesen Sommer den Schritt ins Ausland wagen soll, habe dann den Entschluss gefasst noch ein Jahr bei den FIVERS zu bleiben. Ich möchte mich dort als Führungsperson weiterentwickeln und Titel gewinnen. Nächstes folgt möglicherweise dann der Schritt ins Ausland.“

Aktuell absolvierst du noch deinen Grundwehrdienst beim Bundesheer. Wie waren die letzten Monate für dich und wann endet dein Grundwehrdienst?
Lukas Hutecek: „Der Juni ist mein letzter Monat. Die vier Wochen Grundausbildung waren natürlich hart, die habe ich sozusagen im Februar nachgeholt aufgrund der EURO im Jänner. Seither bin ich beim Heeressport. Zwei Wochen haben wir zudem im Zuge der Coronakrise beim REWE-Konzern im Zentrallager ausgeholfen. Das war auch für uns alle eine Selbstverständlichkeit. Genau dafür sind wir meiner Meinung nach auch – zu helfen, wenn es Probleme gibt.“

Wie sehen die nächsten Wochen und Monate aus? Kannst du nochmals abschalten, oder geht es nach dem Bundesheer direkt in die Vorbereitung auf die neue Saison?
Lukas Hutecek: „Aktuell wird noch viel Individuell trainiert, bzw. halten wir bei den FIVERS ein gemeinsames Training nach den Vorgaben des Ministeriums ab – im Freien, mit Abstand. Von Mitte Juni bis Mitte Juli haben wir „Pause“. Für diese Zeit erhalten wir individuelle Trainingspläne. Eine Woche ist da aber auch eingeplant dem Körper auch Ruhe zu geben. Da werde ich womöglich Anfang Juli mit meinem Bruder an einen See fahren und ein wenig Urlaub machen. Danach geht es in die Vorbereitung auf die neue Saison.“

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