Zur ungewohnten „TATORT-Zeit“ und damit in der Sonntagabend-Primetime trafen die FIVERS WAT Margareten auf Sparkasse Schwaz Handball Tirol. Stilgerecht lieferten sich die beiden Teams dann einen Handballkrimi der besonderen Art, bei dem die FIVERS am Ende nach 60 Minuten harter Handball-Arbeit auch das Glück auf ihrer Seite hatten.

Die Tiroler Adler agieren in den ersten Minuten in der Deckung hoch konzentriert, machen dem FIVERS Angriff das Leben schwer. Gleiches gibt es auch umgekehrt zu berichten, deshalb braucht es auch einige Zeit, bis das Spiel in Form von Toren sein Tempo aufnimmt. In der achten Minute erzielt Eric Damböck für die FIVERS das 3:1, postwendend die Antwort durch Armin Hochleitner. Beiden Teams unterlaufen im Angriff auch leichte Fehler, in der 11. Minute steht es 4:4. Hochleitner bringt dann Tirol wieder einmal in Führung (6:5), ein Doppelschlag der FIVERS durch Nikola Stevanovic und Eric Damböck holt diese für die Gastgeber zurück. In der Folge agieren die FIVERS im Angriff zu wenig präzise, lassen gegen den gut disponierten Florian Deifl einige hochkarätige Chancen liegen. Tirol profitiert via Armin Hochleitner und Sebastian Spendier, geht mit 9:8 in Führung. Zwei Saves von Wolfgang Filzwieser später liegen die FIVERS mit schnellen Toren (Markus Kolar, Max Riede) wieder in Front, Richard Wöss gleicht für Tirol aus und Peter Eckl gibt erstmals die Timeoutkarte am Richtertisch ab (10:10 – 23. Minute).

Deifl hält den nächsten Ball, Sebastian Spender bringt Tirol in Führung, die von Marin Martinovic schnell wieder ausgeglichen wird. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war in der Handballcity Margareten klar, dass ein voller Erfolg gegen Handball Tirol an diesem Abend ein hartes Stück Arbeit brauchen wird. Deutlicher wird das noch, als Handball Tirol binnen zwei Minuten plötzlich mit 13:11 führt (Spendier, Hochleitner). Die Margaretner besinnen sich ihrer Stärken, sorgen durch David Brandfellner und Herbert Jonas mit schnellen Toren für den Ausgleich (13:13). Das nicht mehr für die FIVERS rausschaut, liegt nach wie vor an Florian Deifl: Der hält erst mal einen 7-Meter, ehe er dann gegen den schnellen Konter von Herbert Jonas chancenlos ist. Sebastian Feichtinger sorgt zwei Sekunden vor dem Halbzeitpfiff für das 14:14 einer bis dahin munteren Partie mit vielen Führungswechseln.

Tirol startet gut in die zweite Hälfte, geht durch Armin Hochleitner in Führung. Die FIVERS müssen ab da immer nachsetzen, Tirol legt vorerst immer wieder ein Tor vor. David Brandfellner scheitert in der 38. Minute beim Stand von 18:18 per 7-Meter an Florian Deifl, die Gäste können in der Folge auf 20:18 stellen. Lukas Hutecek verkürzt um ein Tor, Marin Martinovic überwindet Deifl per 7-Meter und stellt in der 41. Minute auf 20:20. Armin Hochleitner liefert an diesem Abend eine ganz starke Partie, sorgt immer wieder für den Führungstreffer für Tirol. Nach 45 Minuten führen die Gäste mit 23:22, Nikola Stevanovic gleicht aus. Die FIVERS müssen sich jedes Tor gegen die sehr bewegliche Tiroler Abwehr hart erarbeiten, es dauert bis zur 49. Minute ehe David Brandfellner im Konter die FIVERS erstmals wieder in der zweiten Hälfte mit 25:24 in Führung bringt.

Alexander Physkin gleicht kurz danach aus, in die entscheidende Phase des Spiels geht es somit mit einem 25:25. Brandfellner legt für die FIVERS vor, die Margaretner Deckung sorgt nun für Probleme im Tiroler Angriff, der erste Ermüdungserscheinungen erkennen lässt. Nikola Stevanovic erhöht auf 27:25 für die Gastgeber, Petar Medic verkürzt für Tirol. Danach scheitert Hochleitner an der Latte, Peter Eckl nimmt beim Stand von 27:26 etwas mehr als fünf Minuten vor dem Spielende eine Auszeit. Marin Martinovic erhöht vier Minuten vor dem Ende per 7-Meter auf 28:26, das Spiel ist bei weitem noch nicht entschieden. Richard Wöss verkürzt ebenfalls per Strafwurf, Vincent Schweiger nutzt ein Traumanspiel von Hutecek zum 29:27. Postwendend kommt die Antwort durch Petar Medic, es geht noch zwei Minuten. Die muss Tirol in Unterzahl spielen, Hochleitner scheitert an der Stange und mit einiger Aufregung landet der Ball aber wieder bei Tirol. Frank Bergemann nimmt ein letztes Timeout, Petar Medic gleicht 12 Sekunden vor dem Abpfiff aus. Peter Eckl zückt 9 Sekunden vor dem Abpfiff die Timeoutkarte. Die Tiroler Abwehraktionen fallen deutlich zu energisch aus, Marin Martinovic trifft per 7-Meter nach Schlußpfiff zum viel umjubelten 30:29 Heimsieg der FIVERS.

Armin Hochleitner, Handball Tirol: „Wir haben heute über ganz lange Zeit sehr gut gespielt, müssen nun ohne Punkte nach Hause. Das ist bitter.“

Richard Wöss, Handball Tirol: „Hier muss man grundsätzlich keine Punkte holen, das ist für alle Teams der Liga schwer. Heute hatten wir die große Chance mit dem einen oder gar zwei Punkten nach Hause zu fahren. Die FIVERS geben nie auf, wir waren heute trotzdem ganz knapp dran.“

Peter Eckl, FIVERS-Trainer: „Wir hatten gegen einen wirklich starken Gegner allerhand zu tun, um uns am Ende knapp durchzusetzen. Wir wussten natürlich schon vorher, dass Handball Tirol ganz starken Handball spielen kann, konnten selber heute nicht gänzlich überzeugen. Am Ende zählen heute die zwei Punkte, auch wenn der Sieg erst ganz zum Schluss geholt werden konnte."

Markus Kolar, FIVERS: „Tirol hat heute wirklich stark gespielt, die haben uns große Probleme bereitet. Wir hatten in der Deckung nicht wirklich guten Zugriff, im Angriff taten wir uns schwer. Am Ende waren wir auch die glücklichere Mannschaft, nehmen die beiden Punkte aber natürlich gerne in die kurze Pause mit. In zwei Wochen geht es gegen Ferlach weiter, bis dahin gilt es zu regerieren.“

2. Spieltag spusu LIGA Bonusrunde

HC FIVERS WAT Margareten vs. Sparkasse Schwaz Handball Tirol 30:29 (14:14)
So., 09. Februar 2020, 20:20 Uhr
Highlights auf LAOLA1.tv
Werfer HC FIVERS WAT Margareten: Marin Martinovic (7), Lukas Hutecek (5), David Brandfellner (4), Nikola Stevanovic (3), Markus Kolar (3), Eric Damböck (2), Vincent Schweiger (2), Herbert Jonas (2), Tobias Wagner (1), Maximilian Riede (1)
Werfer Sparkasse Schwaz Handball Tirol: Armin Hochleitner (9), Sebastian Spendier (4), Alexander Pyshkin (4), Richard Wöss (4), Petar Medic (4), Sebastian Feichtinger (3), Michael Miskovez (1)
Statistiken

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