Bregenz Handball traf am Samstagabend in der Handball-Arena Rieden im Rückspiel der 2. Runde des EHF Challenge Cups auf den IFK Handball Helsinki. Die Enttäuschung nach der Niederlage im Hinspiel in Riihimäki saß nach dem Spiel tief und man wollte im Rückspiel die drei Tore Rückstand aus dem Hinspiel wieder aufholen.

Obwohl die Bregenzer auf Matthias Brombeis und auf die verletzten Spieler Clemens Gangl und Ante Esegovic verzichten mussten, waren die Spieler rund um Kapitän Lukas Frühstück von Anfang an voll motiviert, den Einzug in die Runde 3 zu schaffen. Den Auftakt machte Josip Juric Grgic mit einem Doppelschlag. Mit der lautstarken Unterstützung der mitgereisten Fans aus Finnland ließ sich Helsinki allerdings nicht abschütteln und hielt das Unentschieden. Bereits in der 7. Minute sah ein finnischer Spieler wegen eines überharten Fouls an Lukas Frühstück die rote Karte. Dennoch gingen die Finnen in Unterzahl in der 9. Minute zum ersten Mal in Führung, die Frühstück mit einem satten Wurf in die rechte untere Ecke sofort wieder egalisieren konnte, Marian Klopcic brachte die Hausherren wieder in Führung, die Vlatko Mitkov auf zwei Tore ausbaute. Zwei sehenswerte Paraden von Goran Aleksic nutzte Alexander Wassel zum 7:4.

In der 16. Minute musste Marko Coric mit dem Verdacht auf einen Kreuzbandriss verletzt vom Spielfeld. Zwei Minuten gegen Helsinki, den Siebenmeter verwandelte Mitkov auf 9:6, Juric-Grgic erhöhte mit einem sensationellen Wurf auf 10:6. Erstmals war die 4-Tore Differenz erreicht. Goalie Aleksic knüpfte nahtlos an seine starke Leitung gegen die Grazer am vergangenen Mittwoch an und so gelang Frühstück nur wenig später das 11:6. Drei Zweiminutenstrafen gegen die Bregenzer hintereinander, wobei 30 Sekunden sogar nur vier Bregenzer Feldspieler auf dem Spielfeld waren, konnten die Gäste aus Helsinki nutzen, um den Rückstand wieder auf zwei Tore zu verkürzen. Florian Mohr schaffte dann aber in Unterzahl das wichtige 12:9.

Bei einer Abwehraktion zog sich Lukas Frühstück ein Cut zu und musste sich in der Kabine das Auge tackern lassen. Alexander Wassel ließ sich aber nicht irritieren und erzielte das 13:9. 20 Sekunden vor Schluss krönte Aleksic seine unglaubliche Leistung und hielt einen Siebenmeter der Finnen. Halbzeitstand 13:9, die Viertoredifferenz war geschafft.

Bregenz Handball wirft sich in Torrausch
Vlatko Mitkov eröffnete mit dem 14:9 die 2. Halbzeit, der am Auge verarztete Frühstück warf aus der 2. Reihe das 15:10. Drei verpasste Chancen im Angriff nutzten die Finnen auf drei Tore heranzukommen, Mitkov stellte aber kurz darauf wieder den „Aufstiegsvorsprung“ her. Mohr erhöhte auf 17:12, Mitkov auf 18:12 und Klopcic auf 19:12. Die Leistung in der Bregenzer Defense war in dieser Phase extrem stark und ließ den Finnen kaum Chancen auf einen Treffer. So schafften es die Hausherren trotz zweier Zweiminutenstrafen hintereinander nicht nur den Vorsprung zu halten, sondern mit 23:15 sogar auf acht Tore zu erhöhen. Ein Sprungwurf von Klopcic in den Strafraum und zwei Würfe von Frühstück ins Empty Goal machten bereits 13 Minuten vor Schluss alles klar, zehn Tore Vorsprung.

Die 2. Halbzeit in der Handball Arena war das genaue Gegenteil der 1. Hälfte in Finnland, die Bregenzer ließen den Finnen nicht den Funken einer Chance. Tolle Aktionen, eine starke kämpferische Leistung, großartige Tormannleistungen und eine Mannschaft, die sich auch in den schwierigen Situationen der Zweiminutenstrafen nicht im geringsten aus dem Konzept bringen ließen, brachten Bregenz Handball auch einen in dieser Höhe verdienten 35:18 Sieg. Die 3. Runde des EHF Challenge Cups darf kommen.

Trainer Markus Burger: „Was der Kopf alles ausmacht. Ich gratuliere der Mannschaft zu dieser Performance, egal ob die Tormänner, die Verteidiger, die Stürmer, alle haben eine super Leistung gebracht. Ich möchte auch Hard zu ihrem Sieg gratulieren, heute ist ein schöner Tag für den österreichischen Handball. Großes Lob auch an den Verein, wir sind froh, den Fans mit diesem schönen Erfolg wieder etwas zurückzugeben. Ich bin mir sicher, dass jetzt bei den meisten Spielern der Knoten geplatzt ist und ab jetzt all das abrufen können, was sie in sich haben.“

Florian Mohr: „Wir konnten heute im Angriff das umsetzen, was wir uns vor dem Spiel vorgenommen haben. Vielleicht noch wichtiger war aber, dass die Abwehr ebenfalls so toll funktioniert hat. Leider hat sich Marko Coric verletzt, aber wir hoffen, dass es ist nichts Ernsteres ist. Wir freuen uns heute, aber ab morgen werden wir uns wieder auf die Liga konzentrieren und uns auf Linz vorbereiten.“
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